| Februar 2012 | ||||||
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Die Vereinsgeschichte
Anton Martin Slomšek, Fürstbischof von Lavant, war im Jahr 1851 gemeinsam mit den Professoren Andrej Einspieler und Anton Janežič der Gründervater des Klagenfurter Hermagoras Vereins. Die ursprüngliche Rechtsform als Verein wurde bis in die Gegenwart beibehalten. Auch der Zweck und Tätigkeitsbereich haben sich nicht wesentlich geändert. Die Hermagoras ist nach wie vor dem katholischen Glauben und der slowenischen Herkunft verpflichtet. Ein besonderes Anliegen ist uns das friedliche Zusammenleben der beiden Volksgruppen in Kärnten. Wir wollen aber auch eine lebendige Brücke für die gute Nachbarschaft zwischen Österreich und Slowenien sein.
Ungewöhnlich ist der Name. Hermagoras war römischer Herkunft und Rektor der Kirche im heutigen Belgrad. In der Zeit der Christenverfolgung erlitt er um das Jahr 300 unter Kaiser Diokletian den Märtyrertod. Später wurden Hermagoras und sein Mitopfer Fortunatus beliebte Heilige der Slowenen.
Stammhaus am Viktringer Ring
Die erste Wirkungsphase fällt noch in die Zeit der Monarchie. Damals wurde das Hermagorasbuch zum Symbol des slowenischen Hauses und die Druckerei erlebte eine Blütezeit. Vor rund einhundert Jahren entstand auch das Stammhaus am Viktringer Ring in Klagenfurt.
In den Jahren zwischen 1918 und 1927 war die Hermagoras gezwungen, aus Slowenien tätig zu sein. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung wurde der Verein ein zweites Mal verboten. Die Rückstellung des Eigentums erfolgte zwar im Jahr 1947, der volle Umfang der Tätigkeiten konnte aber erst 1955 aufgenommen werden, als die englischen Besatzungstruppen das Hermagoras-Haus verließen. Der Aufbau nach dem Zweiten Weltkrieg ist die Leistung des verstorbenen Prälaten Janko Hornböck.
Neuaufbau
In den Neuaufbau fallen die Errichtung der Druckerei, Buchhandlung und des ersten Mittelschülerheims in Klagenfurt sowie einige Jahre später des Studentenheims Korotan in Wien.
Die Vielzahl gemeinnütziger Tätigkeiten der Hermagoras hat ein entsprechendes wirtschaftliches Gegengewicht bedungen. Die Kernbereiche wurden gestärkt, Außenhandelsfirmen in Form von Gesellschaften mit beschränkter Haftung gegründet, dies in Österreich und im Ausland. Überdies haben wir uns an Firmen beteiligt. Die jüngste Beteiligung betrifft den elektronischen Medienbereich. Für Beschäftigte aus dem zweisprachigen Gebiet Kärntens ist die Hermagoras einer der größten Arbeitgeber.
In den letzten Jahren haben bedeutende Persönlichkeiten das Stammhaus und Einrichtungen der Hermagoras besucht, so die Bundespräsidenten Rudolf Kirchschläger und Thomas Klestil, Staatspräsident Milan Kučan, Nationalratspräsident Heinz Fischer, mehrere Minister, Landeshauptleute und Bischöfe.
Hermagoras und die Kunst
Die Hermagoras ist im ständigen Kontakt mit vielen bedeutenden Künstlern. Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet uns mit dem akademischen Maler Valentin Oman sowie dem Lyriker und Maler Gustav Januš.
Die Hermagoras ist gleichsam ein schützendes Dach, das einen Kärntner Slowenen im Zusammenleben mit seinem deutschsprachigen Nachbarn von der Geburt bis ins Alter begleiten kann.
