Jože Hudeček
Der Mann im Glockenturm
Der Roman ist eine scharfe Detailaufnahme der Zeit kurz vor und nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Ljubljana/Laibach. Er berichtet vom ungewöhnlichen Schicksal eines jungen Mannes, den die unerbittlichen Ereignisse jener Zeit in eine Abfolge von Notsituationen und schier unlösbaren Problemen zwingen.
Der Autor legt, ohne für die eine oder andere politische Seite jener Zeit Partei zu ergreifen, eine andere, sehr eigenartige Realität jener Ereignisse und verworrenen politischen Strömungen dar, die Menschen und ganze Gruppen in den „irdischen Himmel“ hoben und andere wiederum erniedrigten oder vernichteten.
Hudečeks Romanheld Peter flüchtet schwer verletzt als Soldat der Domobranci (antikommunistische Formationen) vor dem neuerlichen Einberufungsbefehl in das Dachgeschoß des Laibacher Domes, wo er vorübergehend den Dienst des Glöckners annimmt. Doch auch nach Kriegsende muss er sich verstecken, diesmal vor den siegreichen (roten) Partisaneneinheiten, die ebenfalls nach seinem Leben trachten. Seine Behausung teilt er mit den Tauben, die ihn als den seinen annehmen. Immer mehr überlässt er sich seinen Träumen von Flucht, Glück, Erotik und zwischenmenschlichen Beziehungen, die ihm in der völligen Isoliertheit am meisten fehlen. In dieser aussichtslosen Lage nähert er sich immer mehr der Grenze zwischen Realität und Wahnvorstellungen.
176 Seiten, 13 x 20,5 cm, broschiert